Menschen wie du sind schuld…

… dass ich in meinem Leben nicht so “erfolgreich” sein kann wie du es vielleicht bist. Wenn wir annehmen, dass alle Menschen nur mehr so handeln, dass sie dadurch keinen anderen Menschen ihre Freiheit rauben, oder ihrer Menschenrechte beschneiden, dann bräuchte ein Mensch wie ich mich nicht mehr darüber ärgern dass es solche Menschen gibt. Dann bräuchte ein Mensch wie ich nicht mehr darum kämpfen dass auch die letzten Exemplare dieser Art zur Vernunft gebracht werden.

In diesem Fall könnten sich nicht nur diese Menschen darauf konzentrieren ihre höchst privaten Ziele, meist die Anhäufung von perversem Wohlstand zu folgen, dann könnten auch Menschen wie ich ähnlichen Zielen folgen, der Anhäufung von Wissen, der Anhäufung von Fähigkeiten zur kreativen Ausübung, die empirische Weiterentwicklung… Aber leider bleibt das Menschen wie mir verwehrt, da wir uns primär darum kümmern müssen obigen Individuen ihre Grenzen aufzuzeigen, da sie sonst über noch mehr Leichen gingen und sich dafür auch noch bejubeln ließen.

Daraus wiederum können wir schlussfolgern, dass es derartigen Menschen nicht zusteht mein langsames Voranschreiten auf dem Weg des “Erfolgs” zu kritisieren, da es

a) nicht mein Anliegen ist ihnen nach zu eifern und

b) sie die Ursache sind, da sie durch ihr Verhalten mein Fortschreiten behindern.

Und, ich würde euch ja ziehen lassen, wenn nicht mein Gewissen mich plagen würde, und ich die Leichen derer die ihr für euren “Erfolg” aushungert, niedertretet, niederstecht, infiziert, deren heilung ihr verweigert, die ihr in Kriege führt, denen ihr Waffen verkauft, die ihr in Arbeitslagern zu Tode schindet vor mir wären und mich mahnen würden euch zu mahnen.

Daher, wenn jeder darauf achten würde dem anderen nicht das Fressi zu klauen, und jeder dem anderen helfen würde anstatt ihn zu treten, dann könnten wir alle unseren “Erfolgsweg” marschieren ohne über andere zu stolpern.

Der Mangel einer ausreichenden Differenzierung ist dem Autor bekannt.

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Gefunden im Verlust

Nur wer sich verliert kann sich wieder finden. Jemand der sich selbst nie verloren hat, hat sich auch nie gefunden. Lieber verliere ich mich täglich aufs neue und hoffe darauf mich irgendwann mal wieder zu finden, als mich nie zu verlieren.

Wenn ich mein Leben bis jetzt und das sind gerade mal 24 Jahre betrachte könnte ich denk ich nicht an einer Hand aufzählen wie oft ich mich bereits verloren habe. Verschiedenste Ursachen, ein Mädchen in das ich mich verliebte und blind vor Liebe meine eigenen Schritte nicht mehr sehen konnte, ein Arbeitgeber der meine Ideale mit Füßen tritt und mich für die Duldung nicht einmal ordentlich entschädigt. Eine verflossene Liebe zu der eine Bindung bestand die kaum durch trennbar schien. Eine virtuelle, fiktive Welt die für mich ansprechender schien als die Reale die mir ja sowieso nicht davon lief.

Und doch ist das danach, das sich selbst wieder finden, sich selbst wieder erkennen, seine eigenen Schwächen und Stärken, Vorlieben und Abneigungen wieder zu finden jedes mal aufregend. Man entdeckt neue Eigenschaften an sich, die vielleicht davor noch nicht da waren. Das Bewusstsein, dass es wieder eine Geschichte mehr zu erzählen gibt, wieder eine Erfahrung, eine Sucht, eine Liebe, eine Angst um die man erfahrener ist.

Aber man sollte sich nicht finden, denn wer sich selbst gefunden hat, der kann wieder anfangen andere zu suchen oder andere zu finden. Und wer sich damit beschäftigt, kann (sich) nur verlieren.

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