Die Fastenzeit ist zu ende. Somit habe auch ich meine Fastenzeit hinter mir. Am 16. Februar um ca 15:00 hab ich auf Twitter einen Tweet mit dem Hashtag #twitterfasten gesehen. Entweder es war über @luca oder @jana. Da ich für meinen Geschmack viel zu viel Zeit sinnfrei im Netz zubringe beschloss ich Kurzerhand mich dieser Herausforderung zu stellen. Die restliche Fastenzeit kein Web 2.0, kein Twitter, kein Facebook, kein Myspace.
Als erstes mal die Plugins im Browser abdrehn, yoono zum Beispiel logt sich automatisch auf eben diesen Social Networks ein und zeigt in ner Sidebar wo sich was tut, so konnte ich nie etwas versäumen. Ich kann mich noch gut an die ersten Tage erinnern, ich saß vorm Computer mit dem Gedanken “so und was jetzt?” Da ich nichts sinnvolles mit meiner Zeit anzufangen wusste startete ich erstmal neu und spielte dann eine Runde Call of Duty 4, der erste Tag wäre überstanden.
Aber Allmählich begann sich die Situation zu normalisieren. Ich ging öfter raus, begann meine zwischenmenschlichen Beziehungen auch wieder außerhalb des Web 2.0 zu leben. Ich habe die Zeit die ich früher mit Facebook, Twitter etc verschissen hätte einfach in andere Tätigkeiten gesteckt. Interessanterweise entdeckte ich die Fähigkeit meiner Augen Bücher zu lesen wieder, eine Fernsehserie, Dr. House wurde Staffel weise durchgesehen und damit war die neu gewonnene Zeit dann auch schon wieder verloren.
Gedankliche Ergüsse, bei denen ich nicht wusste wem ich Sie mitteilen könnte, welche ich aber trotzdem irgend jemandem mitteilen wollte wurden nicht mehr auf Facebook/Twitter gepostet, ich lernte diese anders zu kanalisieren. Dies fiel dann auch nicht weiter schwer. Bis Aschermittwoch vermisste ich das tolle Angebot des Web 2.0 nicht mehr. Da viel mir auf dass man auch Menschen indirekt direkte Mitteilungen über die Allgemeinheit machen kann und ich hätte es gerne mal gemacht.
Erschreckend fand ich, dass auch im Rahmen des Studiums ein Social Network nicht schadet. Durch meinen Studienwechsel auf Lehramt Informatik/Geschichte, lernte ich interessante und uninteressante Persönlichkeiten kennen, bei manchen hätte ich gerne die Oberflächliche Möglichkeit Sie als Freunde auf Facebook hinzu zu fügen genutzt. Der Austausch einer Handynummer ist doch wesentlich privater oder intimer.
Zusammengefasst? Twitter Facebook und Co haben unserer Gesellschaft die Möglichkeit gebracht uns vermeintlich besser kennen zu leren ohne einander kennen zu lernen. Vor allem aber bergen Sie die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen mit mehr oder minder Unbekannten.
Auf die Vorwürfe ich hätte das Fasten nicht eingehalten möchte ich abschließend noch kurz eingehen. Youtube bietet mit “auto-share” die Möglichkeit Videos die man favorisiert automatisch auf Twitter und Facebook zu teilen. WordPress bietet selbiges für neue Einträge an, um dieses(wordpress) Frei zu schalten musste ich mich einmal kurz einloggen bei Facebook. Zur Informationsbeschaffung habe ich twitter.com einige male verwendet um nach einem bestimmten hashtag zu suchen. Und auf MySpace dürfte ich mich wohl auch einmal eingeloggt haben, da wollte ich die Profildaten aktualisieren, und darauf hinweisen dass meine songs unter “Creative Commons License” stehen war aber nicht SocialWeb aktiv. Blip.fm bietet btw auch die möglichkeit das was man so hört auch gleich zu veröffentlichen per twitter und facebook etc.