Bald ist es soweit, am 21. März diesen Jahres finden Gemeinderatswahlen in der Steiermark statt. Eine Rechtliche Wahlpflicht besteht nicht. Diese wurde 1992 in allen Bundesländern Österreichs abgeschafft. Eine moralische Wahlpflicht besteht in meinen Augen sehr wohl, dieser sind sich leider veile MitbürgerInnen nicht bewusst. Wie ich diese moralische Wahlpflicht begründe?
Seit 1896 besteht ein Wahlrecht für Männer, seit 1907 ein allgemeines Männerwahlrecht und seit 1919 (das liegt noch keine 100 Jahre in der Vergangenheit!) ein allgemeines Wahlrecht für Frauen. Wer seine Vorfahren nicht verachtet und auf ihre Gräber spuckt, der sollte diesen von ihnen gegen die Monarchie und später gegen die Diktatur gewonnen Kampf und das damit vergossene Blut ehren. Derjenige und Diejenige sollten ihren Vorfahren die Ehre erweisen und das Blut das sie vergossen mit Ihrem Kreuz bei freien Wahlen honorieren.
Andere Länder andere Sitten. In vielen Republiken der Erde besteht nach wie vor nicht die Möglichkeit frei zu wählen. Das wohl momentan populärste Beispiel für einen derartigen Missstand ist der Iran. Die Wahlen 2009 im Iran, welche von massiven Manipulationsvorwürfen begleitet waren, sind wohl den meisten noch in Erinnerung. Es mag nun wohl ein wenig lächerlich klingen, wenn ich behaupte wir müssten Wählen um der iranischen Bevölkerung, der iranischen Opposition den Rücken zu stärken, dennoch denke ich, dass eine hohe Wahlbeteiligung bei demokratischen Wahlen in einer demokratischen Republik wohl durchaus als Zeichen für den Willen zur Demokratie gesehen werden können.
Wer sich von keiner der aktiven Parteien angesprochen fühlt, weil die einen zu weit Rechts sind die anderen zu weit Links und die dritten ja eh sowieso nichts ändern, der möge doch von seinem passivem Wahlrecht gebrauch machen. Aber nicht zu wählen ändert nichts! Wer die Zeit dafür nicht hat, sich als Kandidat oder als Partei für eine der Wahlen zu melden, der möge doch zumindest ungültig wählen gehen. Denn wer ungültig wählt teilt der “Herrschenden Elite” mit, dass er/sie nicht mit dem von ihr gestellten Angebot zufrieden ist.
Aber das wichtigste, jedeR der/die nicht wählen geht, möge an seine/ihre Vorfahren denken und sie um Verzeihung für seine Missachtung ihres Kampfes bitten.